Macht Do it yourself glücklich? - Gedankengänge

Montag, März 23, 2015


Im Moment liest man immer mal wieder auf den unterschiedlichsten Blogs, was dieses ganze DIY - also Do it yourself - überhaupt soll. Meistens leider in einem etwas abfälligen Ton... Der mir bekannteste Artikel dazu lieferte vor einigen Monaten eine der "Stimmen" auf der Website einer deutschsprachigen Frauenzeitschrift. Entschuldigt bitte, dass ich hier keine Verlinkung setze, aber eigentlich hat dieser Artikel nicht mehr Aufmerksamkeit verdient, als nötig. ;) Dazu geäußert habe ich mich dennoch schon einmal, still und heimlich in einem anderen Post (den könnt ihr hier nachlesen.).

Dörthe hat auf ihrem Blog - ars textura - dieses Thema DIY und ob es wirklich glücklich macht noch einmal aufgegriffen und ich kann es im Grunde wirklich nur unterschreiben. Was gibt es denn Schöneres als sich mit dem zu beschäftigen was einem Freude bereitet? Und wenn es das bemalen von Tassen ist, bitteschön. :)

Der Boom des Selbermachens hält nun schon seit einigen Jahren an und verstärkt sich immer mehr. Das finde ich grandios! An Freundinnen die Kinder haben merke ich, dass sie gerne wissen würden wie man näht. Einfach, um mal ein Kleidungsstück umzunähen. Derzeit wabert der Trend des Handlettering durch die Blogs und Social Media Kanäle und es sind irgendwie alle glücklich. Jeder hat Spaß und freut sich wieder etwas von Hand gemachtes vor sich liegen zu haben. Ist das nicht toll? 

Mein Leben ist gepflastert von handgemachten Dingen. Als Kind war ich immer wieder begeistert was meine Mutter alles selber machte. Damals noch richtige Möbelstücke und Dekoelemente. Und auch meine Oma hat lieber Socken gestopft als neue zu kaufen. Ist ja auch irgendwie DIY, oder zumindest nachhaltiges Denken in Form von... Naja, Upcycling ist es ja nicht wirklich... Sonst wäre die Socke später eine Handpuppe geworden, aber auch das ist möglich. ;) Kunst- und Handarbeitsunterricht war für mich das Größte. Somit könnt ihr euch vorstellen das mir auch meine Ausbildung zur Kunstglaserin mehr als nur Spaß bereitete.

Für mich - ich sitze als Grafikerin beruflich den ganzen Tag vor dem Bildschirm - ist dieses Handarbeiten von großer Bedeutung. Die einen machen Sport oder treffen sich in Vereinen mit ihren Freunden, kochen oder lesen ein Buch. Man schaltet ab, vom Alltag und dem was einem Stress bereitet. Wie ich ja schon vor kurzem schrieb, kann es sein das ich einfach aus den unterschiedlichsten Gründen nicht an meinen Scraptisch komme. Dann lachen mich meine Bastelsachen nur von weitem an und ich werde ungemütlich. Also so richtig… ;) Allein die Tatsache dann einfach mal alles aufräumen zu können oder neu zu sortieren macht mir wieder gute Laune!

Aber was genau macht mich einfach glücklich? Ich bin ruhiger, zufriedener... Ich halte etwas in den Händen. Es kann verschenkt werden und auch jemand anderes glücklich machen oder zumindest ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und ich kann dabei meine Gedanken sortieren. Während ich Papiere von links nach rechts schiebe und noch ein paar Pailetten festklebe lösen sich manche negativen Gedanken in Luft auf, oder eine Lösung für ein Problem wird gefunden. Ganz nebenbei...

Mir ist klar, dass nicht jeder diese Euphorie mit mir teilt. In meinem Umfeld wird meine Leidenschaft zum kreativen Basteln bestimmt belächelt. Aber das ist mir egal. Ich kann zum Beispiel mit Videospielen nicht sonderlich viel anfangen, während andere Tage mit ein und dem selben Level verbringen können. Ihr wisst bestimmt was ich meine, oder?

Mein Fazit: Ja. DO IT YOURSELF macht eindeutig GLÜCKLICH! Zumindest mich und ganz viele andere bezaubernde Menschen da draussen. Euch auch? :)
Habt einen schönen Tag, xo Julia

22 Liebe Kommentare

  1. Hallo Julia,

    ein sehr schöner Beitrag, den ich bis auf den letzten i-Punkt 100% unterschreiben kann!

    Liebe Grüße undeine sehr schöne Woche
    Mandy

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    1. Danke dir Mandy, das wünsche ich dir auch!! :)

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  2. *kiecher*
    Dieses was-machst-du-da-eigentlich-immer ist so eine meiner Lieblingsfragen derer, die einfach nicht verstehen können, daß es Menschen gibt, denen es wichtig ist etwas zu MACHEN. Glück, Bestätigung, Selbstbewußtsein aus der Tatsache zu ziehen, daß man etwas KANN. Und zwar etwas, das begreifbar ist - im wahrsten Sinne des Wortes.

    Glücklicherweise bin ich auch in einem kreativen und tätigen Umfeld groß geworden. Meine Mutter hatte soweit ich denken kann immer Stricknadeln in der Hand und war auch lange Zeit selbstständig. Meine Oma konnte nähen und malen. Mein Abitur habe ich mit Zeichnen gerockt aber das Kunststudium habe ich mich dann doch nicht getraut. Ich hatte Angst vor der Sache mit der Brotlosigkeit... ;-)

    Für mich ist Selbermachen mehr als ein Hobby - es ist ein Sache, die mit Zutrauen und Selbsteinschätzung zu tun hat. Zu wissen wieviel Arbeit irgendwo drin steckt (oder eben auch nicht), lehrt einen, die richtigen Dinge wertzuschätzen. Einfach mal machen steckt in DIY mit drin. Deshalb kann ich auch tapezieren, Möbel mit DC-fix aufmotzen, Klamotten selber nähen und Glitzer drauf werfen. Ich kann sogar Teppich verlegen, partytaugliche Torten backen und meinen VW Käfer konnte ich selbst reparieren!
    Wer darüber lächelt, dem sei geraten es vielleicht einfach mal auszuprobieren... ;-)

    <3
    Mel







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    1. DANKE MEL! <3
      Genau so! :) Dein Kommentar unterstreicht genau das was ich so am selber machen liebe. Ich habe vor einiger Zeit ein wundervolles Video auf Youtube entdeckt, in dem es um "Kreativität" ging und der Irrglaube das es immer direkt etwas mit Basteln zu tun hat. Das ist nämlich auch so ein Ding... Kreativität zeichnet sich in so viel mehr aus. Hach... Mega Thema... ;)

      <3 Julia

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  3. Hach, das kenne ich...seit der Kindheit bastle ich, DIY hiess ja damals noch so, jetzt hat das Wort leider einen altbackenen Touch. Ich mache es immer noch, egal unter welchem Namen, werde auch oft belächelt und mir ist das auch egal. Ich kann mit Computer spielen und endlos TV schauen nichts anfangen. Jeder ist da anders. Und so lange alle tolerant sind ist ja alles gut. Und wenn jemand abfällig reagiert, wie scheinbar in dem Artikel von dem Du schreibst, lässt dieses Urteil ja nur Rückschlüsse auf den Autor zu aber, nicht über die, die dieses Hobby haben, oder?
    Also ich liebe es und kann deinem Artikel nur zustimmen.

    LG, crazej

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    1. Absolut! :) Der Artikel war auch sehr aufschlussreich in Bezug auf die Person selbst. Mag eine Unterstellung sein, aber sie vermittelte eher den Eindruck eine von der Sorte "einfach-alles-was-andere-glücklich-macht-ist-doof" zu sein. Dennoch hinterlässt es ja irgendwie einen bitteren Nachgeschmack und geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf…
      Da bastel ich aber lieber, bevor mich solch negativen Gedanken zerstören. ;)

      LG Julia

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  4. Oh ja, ich kann mich an den Artikel erinnern.Mit dieser Art von Unverständnis muss man halt leben. Besonders liebe ich ja so Sätze wie: Sieht man der Karte garnicht an, dass die selbstgemacht ist. Tss!!
    Für mich ist Selbermachen schon von meiner Kindheit an präsent gewesen. Meine Mutter hat fast alle unsere Kindersachen (und meine Puppengarderobe ) selbst genäht. Jetzt nwürde ich mir wünschen, sie würde näher dran wohnen, dann könnte ich mir da Tips holen. :)
    Meine Oma kannte ich nur strickend und häkelnd. (Ich habe eine schöne Sammlung von Spitzentaschentüchern von ihr, die ich sehr in Ehren halte). Mein Vater hat auch handwerklich (bis hin zu Puppenmöbeln und Kaufladen) viel gemacht. Ich finde das doch auch viel befriedigender, als alles zu kaufen.Da steckt so viel Persönliches drin. Für mich bedeutet das auch Therapie. Wenn ich was mit den Händen machen kann, geht es mir gut, egal ob ich male, bastele, Gitarre spiele oder was auch immer. Netterweise habe ich in meinem Umfeld eigentlich nur Menschen, die ähnlich denken und das auch wertschätzen können. Naja und die anderen werden dann halt geflissentlich ignoriert. :)

    Liebe Grüße
    Anke

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    1. Das stimm Anke, kann ich auch nur so unterschreiben. Für mich ist das scrappen bzw. basteln an und für sich einfach eine Art der stillen Therapie. Nur ich und mein Bastelkram… Perfekt! :) Und ja, man bekommt wirklich auch den Blick fürs wesentliche und lernt die Dinge auch neu bzw. mehr schätzen. Wenn ich mir so anschaue wie manch einer heutzutage mit seinen Sachen umgeht…
      Liebe Grüße
      Julia

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  5. Liebe Julia, dein Post ist wirklich toll! Es gibt einfach nichts besseres, als nach einem anstrengenden Tag ein kleines diy Projekt zu starten :-)

    Liebe Grüße
    Dörthe

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    1. Liebe Dörthe, danke für deine Anregung!
      Genau das. Nach einem anstrengenden Tag einfach mal was hübsches machen… Perfekt. :)
      LG Julia

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  6. Wie kann DIY nicht glücklich machen? Wer macht DIY und warum? Weil es Spass macht und man Lust dazu hat, erso man ist glücklich sich mit etwas zu beschäftigen, was man frei gewählt hat und nicht machen/erledigen MUSS. Und ich finde, unser Hobby macht nicht nur uns glücklich, nein, meine Tochter, meinen Mann, meine Eltern, mein Patenkind, meine Nichte...all diese Menschen mache ich mit MEINEM DIY glücklich, ergo macht auch das mich wieder glücklich.

    Ausserdem: wen interessiert es, ob es andere gut finden, was ich machen und warum. MICH macht es glücklich und das reicht aus. Wenns mir schlecht geht, scrappe ich was zu dem Thema und "lasse es so los". Dann gehts mir auch gleich besser, ergo: glücklicher *lach*

    Du hast vollkommen recht Julia': Do it yourself mach eindeutig GLÜCKLICH :))

    Liebe Grüße
    Katja

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    1. WORD! Genau so!!! :)
      Danke! <3
      Liebste Grüße
      Julia

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  7. Also mich macht DIY wirklich glücklich. Wenn ich an meinen Arbeitsalltag denke... oder an die 100 Handgriffe die ich gedankenverloren einfach so mache, weil man sie eben machen "muss"... da kann ich mich mit DIY wirklich entspannen. Man macht etwas, was man danach auch gern ansieht. Man hat was mit den Händen gemacht, was man in den Händen halten kann. DIY ist nichts abstraktes wo man einfach irgendwo abheftet. Sondern man beschäftigt sich noch mit einer Sache richtig- mit dem Material, mit dem Aufbau, mit den Farben usw.

    Nicht nur, dass DIY (wegen der Unperfektheit??) oft nicht wirklich wertgeschätzt wird, nein, auch bei den Leuten die es praktizieren ist ein schon fast krankhafter Wettbewerb um DIY ausgebrochen. Habt ihr das schon bemerkt? DIY und Selbstdarstellung gehört mittlerweile irgendwie zusammen. Nicht bei allen aber bei vielen und das finde ich wirklich eher kontraproduktiv und zerstört wieder den ganzen Fun um das DIY. Vor allem junge Mütter überflügeln sich da und auch die junge Generation. Viele können nicht des "glücklich seins" Willen und evtl. "jemand anderen eine Freude damit machen" Willen was basteln oder selber machen, nein sie müssen sich damit selber darstellen. Da gehts dann meist nimmer darum, ob es schön war was zu machen oder ob es wirklich etwas ist was von Herzen kommt und das find ich echt total traurig! Dieser Trend soll dann doch lieber wieder ganz schnell verschwinden. Ich mache doch nix um wieder unter Druck zu sein und in einem Wettbewerb bestehen zu wollen.

    Aber das sind so Trends die man einfach nicht mitmachen muss. Ich freu mich über jeden schönen Blog, interessante Geschichten/Gedanken der Blogger aber Geltungsdrang und Selbstdarstellung muss echt nicht sein.

    In dem Sinne, macht es für euch (und vielleicht für eure Lieben), macht was euch glücklich macht und nicht um wieder mit anderen in Konkurenz zu treten~
    LG Zombie

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  8. Liebe Julia,
    dein Post bringt es auf den Punkt! Es gibt einfach nichts besseres, als nach einem anstrengenden Tag in sein Atelier, Bastelreich, an den Werkstatttisch - wie auch immer - einzutauchen und seine Seele baumeln zu lassen.
    Liebe Grüße
    Britt

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  9. Den Artikel habe ich leider auch gelesen. Einfach schrecklich! Mich macht DIY auch glücklich. Alles selbst kaufen, kann doch jeder.

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  10. Liebe Julia,
    Du hast so recht. Und wenn ich die anderen Kommentare lese, stimmen wir da auch alle überein. Die Menschen werden durch viele Tätigkeiten glücklich und bei uns ist es "Das Scrappen/Basteln". Man sollte jedem das Seine lassen und das Andere nicht runter machen.
    Beste Grüße,
    Julia

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  11. Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Julia!!!! ♥♥♥

    Dicker Drücker
    Pedi :)

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  12. Ich sehe es genauso wie Du, liebe Julia! DIY macht auf jeden Fall glücklich, egal was man produziert, Hauptsache man freut sich dabei!

    Liebe Grüße,

    Elvan :-)

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  13. Hallo Julia,
    jaaaa....ein toller Beitrag, der mir aus der Seele spricht! Auch ich werde sehr ungemütlich, wenn ich meiner Kreativität nicht freien Lauf lassen kann...geradezu unausstehlich. ;-)
    Witzigerweise sind die Menschen, die immer wieder fragen "wann machst Du das eigentlich alles...und warum nur? da hätte ich gar keine Lust dazu" auch diejenigen, die sich dann am meisten über etwas Selbstgemachtes freuen oder es einem geradezu abschnacken (wie man hier im Norden sagt).
    Es ist wie Du sagst: die einen schauen fern zur Entspannung, wir produzieren gern Handgemachtes und entspannen auf diese Weise. Jeder wie er mag!
    Aber immer wieder schön, Gleichgesinnte zu treffen!
    Liebe Grüße
    Smilla

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  14. Hab grad Deinen genialen Post hier gelesen und kann mich Dir und allen Kommentatoren nur anschließen!!! Sobald man etwas selber macht, ist es doch immer DIY. Und wie bei Dir und vielen anderen auch, ist man meist mit kreativen Eltern aufgewachsen. Meine Mama und Oma haben viel für mich genäht, mit mir gemalt und gebastelt. Und genau das mache ich jetzt mit meiner Tochter auch alles. Aber ehrlich gesagt, bin ich immer wieder überrascht, mit welcher Begeisterung sie dabei ist und bleibt so lange am Tisch bei mir, bis wir fertig sind. Das berührt mich sehr. Denn etwas selber machen geht heute einfach immer mehr verloren und wird immer weniger wertgeschätzt. Umso mehr freue ich mich, dies an sie weiterzugeben. Das ist mir wichtig und auch das es mich glücklich macht, wenn ich etwas mit meinen Händen "mache".

    Liebe Grüße und drück Dich!
    Steffi

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  15. Schön beschrieben und zusammengefasst... Mir ist ehrlich gesagt egal, was die anderen denken oder welche Bemerkungen sie machen. Fast alle Menschen in meinem Bekanntenkreis wünschen sich allerdings eher, selbst etwas mehr machen zu können... LG Monika

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Vielen Dank für deinen Kommentar, darüber freue ich mich sehr. Falls du mir eine Frage stellst, schau auf jedenfall noch einmal rein. Ich versuche alles zeitnah zu beantworten. :)
Hab einen tollen Tag!