Das Märchen vom Freiberufler - Preisfindung

Sonntag, November 03, 2013


Geld. Das meiner Meinung nach schwierigste und wichtigste Kapitel in der Freiberuflichkeit / Selbstständigkeit. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es viele Freiberufler. Ich nehme nun wieder das Beispiel des Grafikers. ;) Was ihr hier nicht lesen werdet sind solche Sätze wie z.B., "nimm XX Euro pro Stunde", oder "Also ich habe mit einem Stundenlohn von XX Euro kalkuliert". Nicht um euch zu ärgern, sondern weil es für den Beruf und die Persönlichkeitsentwicklung so wichtig ist sich da seine eigenen Gedanken drum zu machen. 

Die Preisfindung ist ein sehr heikles Thema und ein langwieriger Prozess. Jeder junge Designer sollte sich vorab bei Kollegen und im Internet bzw. am allerliebsten in Büchern darüber informieren was so durchschnittlich genommen wird. Vorsicht: viele Kollegen reagieren auf diese Frage ein wenig zickig. Das liegt daran das viele nur die Konkurrenz sehen, aber nicht das man sich gegenseitig eine große Hilfe sein kann und manche schämen sich evtl. auch für ihre Preise. Schämen, weil sie wissen das sie viel zu wenig berechnen für ihre Arbeit. 

Ich habe sehr viele Gespräche geführt diesbezüglich, bei meinen tollen Praktika bei zwei Illustratoren. Wir haben ein wenig diskutiert und auseinanderklamüsert, Beispielrechnungen aufgestellt und da wurde mir klar das es so wichtig ist, den für sich richtigen Preis zu finden. Da gibt es einen kleinen Trick für: Mache dir eine Liste von Dingen die du anbieten möchtest, z.B. Logodesign, Gestaltung von Visitenkarten, Plakatdesign… Schreib auf was du alles machen musst um z.B. ein Logo zu entwickeln. Vorabgespräch mit dem Kunden, Recherche, erste Skizzen und Entwürfe erstellen, Korrekturen vom Kunden umsetzen usw. Dann überlege dir grob wie lange du dafür benötigst. Und dann fang an mit deinem gewünschten Stundensatz zu rechnen. Wenn du jetzt auch noch die Nutzungsrechte hinzurechnest (was viele leider nicht machen…) kommst du meist auf einen Betrag der nicht nur dir den Atem raubt. ;) Und schon kommt man ins Grübeln. 

Ich will jetzt nicht sagen, dass ich immer den Betrag in Rechnung gestellt habe, den ich hätte in Rechnung stellen sollen… (jaja.. Schande über mein Haupt… ;) ), aber ich habe immer wieder gemerkt wie wichtig es ist sich das regelmässig noch einmal vorzurechnen, um zu schauen ob die Preise noch zu dir passen. Wenn du merkst das du da eine Summe stehen hast die dir selber Bauchschmerzen verursachen, warum sollten dann deine Kunden den Betrag bezahlen? Hast du aber ein gutes Gefühl dabei, kannst du auch viel sicherer vor deinem Kunden auftreten und ihm klar sagen was deine Arbeit wert ist. Nimm dich und deine Arbeit ernst - dann nehmen dich auch deine Kunden ernst!!!

Hier ein paar Linktipps:
1. Allianz deutscher Designer e.V. - allgemein ein sehr guter Tipp auch für weitere Infos rund um die Arbeit als selbstständiger Designer. Zu kaufen gibt es dort den Vergütungstarifvertrag Design (VTV), mit vielen Infos zu Verträgen mit euren Kunden und Rechenbeispielen und Tabellen für die faire Bezahlung.
2. Seid ihr offen für spirituelle Unterstützung? Das ist nicht für jedermann etwas, aber ich finde sich auch mit diesem Bereich der persönlichen Entwicklung auseinanderzusetzen sehr hilfreich. :) Im Juli gab es bei Lea Hamann ein Teleseminar zum Thema "Preisfindung" - perfekt wie ich fand. Mit vielen Gedankenanstößen und Meditationen hat sie geholfen die inneren Blockaden mit Geld zu lösen und sich von alten Mustern zu befreien. Momentan läuft dieses Seminar leider nicht, dafür gibt es aber auf der Seite mit den kostenlosen Downloads etwas zum Thema Geld verdienen. Hier geht es auch eher weniger um Zahlen, sondern mehr um die eigene Person (Was bin ich mir wert? Wie ist mein Verhältnis zu Geld? usw.). :)
3. Ein toller Link von Etsy zur Preisfindung. Hier wird vor allem auf den Verkauf von handgemachten Produkten eingegangen, aber auch hier sieht man wie wichtig es ist sich alles genau auszurechnen und sich vorzubereiten.
Und natürlich Bücher, davon gibt es ja sehr viele! Ich habe mich für Design kalkulieren entschieden, weil es kompakt und günstig ist. Meiner Meinung nach ein gutes Buch um einen Einstige in diese Thematik zu bekommen. Auf dem Buchmarkt gibt es natürlich noch viele andere Bücher, die wesentlich mehr beinhalten und auch entsprechend kosten (Sind aber ihr Geld wert!!). Dieses hier kann ich vor allem Designern empfehlen die sich vor der Freiberuflichkeit einfach mal informieren wollen.

Ich hoffe einigen ein paar nützliche Tipps mit auf dem Weg geben zu können. Wenn ihr Fragen habt, gerne her damit! :)
xo Julia

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